Vermögen vererben

Nur formal korrekte Testamente sind gültig

So muss ein Testament persönlich und handschriftlich verfasst sein. Wichtig ist zudem, dass der Verfasser das Dokument klar als Testament kenntlich macht und es beispielsweise mit „Testament“ oder „Mein letzter Wille“ überschreibt. Der Erblasser muss das Testament außerdem unterschreiben und es mit Ort und Datum versehen.

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht Cornel Pottgiesser, Vorstand des Anwaltvereins Esslingen, rät davon ab, beim Verfassen des Testaments juristische Begriffe zu verwenden: „Juristische Laien verwenden die Begriffe nicht immer korrekt und müssen befürchten, dass ihr Testament zu Auslegungsschwierigkeiten und damit zu Streitigkeiten unter den Hinterbliebenen führt.“ Es sei deshalb empfehlenswert, sich zur Erstellung des Testaments an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt für Erbrecht zu wenden. Sie beraten Erblasser dazu, wie sie ihre Wünsche zur Nachlassregelung im Testament richtig formulieren.

Wie schreibe ich ein Testament?

•        Persönlich und handschriftlich

•        Testament klar als solches kenntlich machen

•        Dokument unterschreiben; Vor- und Nachname sollten lesbar sein

•        Bei mehrseitigem Testament auf jeder Seite unterschreiben

•        Testament mit Ort und Datum versehen

•        Juristische Fachbegriffe vermeiden

Wo bewahre ich mein Testament am besten auf?

Das Testament kann man beim zuständigen Nachlassgericht oder beim Notar hinterlegen oder zu Hause aufbewahren. Wer ein Testament zu Hause verwahrt, sollte seinen Vertrauenspersonen aber mitteilen, wo sie es im Ernstfall finden können.

Nur rund ein Drittel der erwachsenen Deutschen hat überhaupt ein Testament. Verstirbt ein Erblasser, ohne ein Testament aufgesetzt zu haben, greift die gesetzliche Erbfolge. Demnach sind vor allem die engsten Familienangehörigen des Verstorbenen erbberechtigt, also Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder. Für Erblasser, die in einer Patchwork-Familie leben, ist es deshalb besonders wichtig, den Nachlass rechtzeitig zu regeln. Andernfalls kann es passieren, dass die Stiefkinder leer ausgehen: Sie sind allein gesetzliche Erben ihres leiblichen Elternteils, nicht des Stiefelternteils.

„Unabhängig von den Familienverhältnissen ist es wichtig, sich schon in jungen Jahren um seinen Nachlass zu kümmern“, sagt Rechtsanwalt Pottgiesser vom Anwaltverein Esslingen. Leide ein Erblasser zum Beispiel an Demenz, sei er möglicherweise nicht mehr testierfähig. Schreibe er dann ein Testament, könne es unwirksam sein.

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